Die aktuelle Frühjahrsumfrage des ZVEH zeigt für die E-Handwerke weiterhin ein angespanntes wirtschaftliches Umfeld. In der Erhebung unter 1.641 Betrieben sank der Geschäftsklimaindex im Vergleich zu Herbst 2025 von 68,8 auf 65,6 Punkte. Auch der Anteil der Betriebe mit guter Geschäftslage verringerte sich von 47,5 auf 44,9 Prozent. Zugleich gingen die Umsatzanteile in den Bereichen Neubau, Sanierung und Erneuerbare Energien zurück.
Mit Blick auf die angekündigte Reform des Gebäudeenergiegesetzes warnt der ZVEH vor zusätzlicher Unsicherheit. Union und SPD haben im Februar Eckpunkte vorgelegt, nach denen die bisherige 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen entfallen soll. Der Verband bewertet diesen Kurs kritisch und sieht die Gefahr, dass Investitionen in Wärme- und Energietechnik weiter verschoben werden.
In einem offenen Schreiben an die Bundesregierung betont der ZVEH zugleich, dass Energiewende und Wirtschaftlichkeit aus seiner Sicht nicht gegeneinander gestellt werden sollten. Der Verband fordert verlässliche und nachvollziehbare Rahmenbedingungen für Betriebe, Verbraucher und Investoren. Gerade darin sieht der ZVEH die Chance, zusätzliche Impulse für Zukunftsfelder wie PV-Anlagen, Speicher, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur und moderne Gebäudetechnik zu schaffen.
Verlässliche Rahmenbedingungen als Zukunftsfaktor
Die Konjunkturumfrage ist damit nicht nur ein Hinweis auf den aktuellen Druck in den Betrieben. Aus Sicht des ZVEH zeigt sie auch, dass eine planbare Energie- und Gebäudepolitik wirtschaftliche Potenziale freisetzen kann. Die E-Handwerke verstehen sich selbst als zentrales Gewerk der Energiewende und verweisen darauf, dass in genau diesen Feldern Aufträge, Wertschöpfung und Beschäftigung entstehen können.