FAQ: Glasfaser

18.08.2025 / 8 Minuten / Lösungen  ·  Trends

Glasfaser ist der schnellste Weg in die digitale Zukunft. Der Netzausbau in Deutschland bleibt jedoch hinter allen Versprechen seitens der Bundesregierung zurück. Im europäischen Vergleich ist die Glasfaserabdeckung sogar unterdurchschnittlich. Um den Breitbandausbau voranzutreiben und möglichst vielen Menschen Glasfaser bis in die eigenen vier Wände zu bringen, arbeitet Alexander Bürkle eng mit Stadtwerken, Tiefbauern, Elektrikern, Kommunen und Endkunden zusammen.

Ein Leben ohne Internet ist nicht mehr vorstellbar, oder? Allerdings sind die Leitungen, die uns mit dem Internet verbinden, veraltet. Oft fließen die Daten noch über alte Kupferleitungen (Telefon-Fernmeldeleitungen), die durch immer größere Datenpakete bereits heute an ihre Grenzen kommen. Die Folge: ein langsames und instabiles Internet. Es ist unumgänglich, dass eine zukunftssichere Übertragungstechnik wie die Glasfasertechnologie die alte ablöst. Nur Glasfaser sichert die Internetversorgung der Zukunft.

Die Glasfasertechnologie ist schnell, stabil und unempfindlich. Geschwindigkeiten von 1 GB/s und mehr sind möglich, egal zu welcher Uhrzeit und wie viele Personen gleichzeitig im Netz sind. Daten werden in Lichtsignale umgewandelt und fliegen buchstäblich in Lichtgeschwindigkeit durch die Glasfaserleitungen. Glasfaser gibt es schon in vielen Orten Deutschlands. Damit aber die volle Geschwindigkeit ankommt, muss das Glasfaserkabel nicht nur bis ins Gebäude, sondern bis in die Wohnung verlegt werden. Bislang ist es oft so, dass die Daten auf dem letzten Stück durch Kupferleitungen transportiert werden und je nach Leitungslänge die Datengeschwindigkeit ausbremsen. Bei einem FTTH-Anschluss passiert das nicht.

Die Abkürzung FTTH steht für fiber to the home, also dem direkten Anschluss des Glasfasernetzes bis in die eigene Wohnung oder ins Büro. Jeder Router hat so eine eigene Glasfaserleitung, die über einen Verteilerkasten in der Nähe mit Glasfasernetz verbunden ist. Bei einem FTTH-Anschluss wird die Leitung zwischen Anschluss und Verteilerkasten nicht mit anderen Anschlüssen in der Umgebung geteilt. So ist immer die volle Glasfasergeschwindigkeit verfügbar.

Bei VDSL, der sogenannten Vectoring-Technik bzw. dem FTTC-Netz (fiber to the curb = Glasfaser bis zum Bordstein, also bis zum Verteilerkasten), werden lediglich die grauen Kästen am Straßenrand mit Glasfaserleitungen versorgt. Anschließend erfolgt die Übertragung jedoch über die herkömmlichen Kupferleitungen. Ein Flaschenhals! Denn die Geschwindigkeit beträgt hier nur noch einen Bruchteil der Glasfaser.

Nur wenn die Glasfaser bis ins Haus verlegt wird, ist es ein echter Glasfaseranschluss. Gerade in Altbauten ist der Leitungsweg aber nicht einfach, Leerrohre sind Mangelware. Das Kabel über das Treppenhaus verlegen? Aufgrund von Brandschutzverordnungen nur mit einem speziellen Brandschutzkanal erlaubt. Über die Hausfassade? Weder schön noch nachhaltig. Der Elektriker gibt hier Tipps und weiß, welche Lösungen für das Haus am besten sind.

Die Telefonanschlussdose wird ersetzt durch die Glasfaserdose. Das ist optisch keine gravierende Veränderung, aber es muss gemacht werden. Somit kommt die Glasfaser direkt in der Wohnung an, statt der jahrzehntealten Fernmeldeleitung. Wer die Möglichkeit hat, kann bereits jetzt alles vorbereiten. Wer gerade saniert, kann beide Dosen setzen, auch wenn die Gemeinde noch nicht so weit ist. Heute die Fernmeldeleitung nutzen, später dann die Glasfaser. Das gilt auch für alle Koaxkabel-Benutzer (Unitymedia / Vodafone u.s.w.). Mittlerweile gibt es auch die ersten Router, die einen Glasfaseranschluss (Fiber) haben. Aufgrund der Lieferengpässe am Markt ist die Verfügbarkeit allerdings noch eingeschränkt. Es kann aber auch der vorhandene Router benutzt werden. Dazu liefern die Provider dann ein Netzabschlussgerät, das von Glasfaser auf Netzwerktechnik RJ45 umsetzt. Je nach Alter und Technik des bestehenden WLAN-Routers ist auch das eine praktikable und schnelle Lösung.

Die Endgeräte erhalten eine moderne Datenleitung der Kategorie 7 oder 7A. Diese Datenleitungen sind hoch geschirmt und für Datenraten bis zu 10 Gigabit vorbereitet. Dazu wird eine Datendose der Kategorie 6A (ISO) 10 Gigabit voll belegt. Bitte unbedingt auch ein qualitativ hochwertiges Anschlusskabel an das Endgerät verwenden. Denn sonst ist auch hier auf dem letzten Stück der Flaschenhals eingebaut.

WLAN teilt sich die Geschwindigkeit nach Anzahl der Endgeräte auf. Je mehr also über das WLAN surfen, umso weniger kommt bei dem jeweiligen Teilnehmer an. Unsere Empfehlung: Überall, wo Geräte unbeweglich stehen, wie der Fernseher im Wohnzimmer oder der PC im Büro oder Kinderzimmer, da sollte ein Kabel der o. g. Kategorien verlegt werden, damit alle genutzten InternetDienste nachhaltig Spaß machen. WLAN als Ergänzung zum LAN muss selbstverständlich im Haus verteilt werden, da auch die mobilen Geräte immer mehr Performance benötigen und die Anzahl an diesen Geräten zunimmt. Je nach Größe, Entfernung und Anzahl der mobilen Endgeräte sind unter Umständen kabelgebundene Repeater sinnvoll, um alle Räume voll mit WLAN abdecken zu können.

Alexander Bürkle bietet sowohl Glasfaser-Schulungen von den Grundlagen bis zur Verarbeitung an als auch Geräte-Schulungen für Spleiß- und Messgeräte. Neben der Planung und Auswahl der passenden Komponenten steht Alexander Bürkle Ihnen als Experte auch bei der Inbetriebnahme, WLAN-Ausleuchtung und Sonderentwicklungen für LWL-Kabel und für Glasfaser-Verteiler zur Verfügung.